Sichere Überflieger


Wie lassen sich Multikopter für Technology & Infrastructure und ihre Kunden nutzen? Das testet zurzeit ein interdisziplinäres Team am Standort Worms. Unbemannte Luftfahrzeuge haben in vielen Gebieten das Potenzial, die Arbeit zu erleichtern und wichtige Zusatzinformationen zu liefern.


Die Vorteile liegen auf der Hand: Wo schwer zugängliche Außenbereiche aktuell nur unter Zuhilfenahme von Gerüsten, Hebebühnen oder Industriekletterern inspiziert werden können, kann ein Multikopter (umgangssprachlich auch als Drohnen bekannt) wichtige visuelle Informationen wie Infrarot- oder Vermessungsdaten liefern. Wo Fernleitungen noch mit Hubschraubern abgeflogen werden, könnte das künftig auch eine Drohne tun. Wo Personal und Fahrzeuge notwendig sind, um Werksgrenzen zu überwachen, könnte ein Multikopter das Einsatzpersonal unterstützen und in schwierigen Situationen ihren Einsatz sicherer machen. Auch bei Feuerwehreinsätzen kann ein unbemanntes Flugobjekt hilfreiche Zusatzinformationen zur Lagebeurteilung liefern.

Diese und mehr Einsatzfälle untersuchen nun Experten aus den Geschäftsgebieten Standortmanagement und Technischer Service sowie des Digital-Development-Teams der Evonik Technology & Infrastructure GmbH. „Wir haben Anwendungsfälle und Anforderungen aus verschiedenen Fachbereichen gesammelt, um bereits in der Testphase ein möglichst realistisches Einsatzspektrum zu prüfen“, erläutert Projektleiter Michael Kracke, Brand & Werkschutz von Technology & Infrastructure in Worms. Konkret geht es dann beispielsweise um 3D-Vermessung von Gebäuden, Abfliegen von Rohrbrücken, Wärmebildaufnahmen sowie Unterstützung in Ereignisfällen. „Ziel unserer Evaluierung ist es Know-how aufzubauen, Flugerfahrung zu sammeln und Erkenntnisse über die Zuverlässigkeit der Technologie zu gewinnen“, beschreibt Kracke. Dazu soll noch im Sommer der Flugbetrieb am Standort Worms starten. Perspektivisch sollen Multikopter dann auch zur Erstellung von georeferenzierten Daten, Lagebeurteilung im Feuerwehreinsatz oder Inspektion von Fern- und Rohrleitungen, Fackeln und Kaminen genutzt werden. Auch die Innenraumbefliegung – zum Beispiel von Gebäuden, die rückgebaut werden sollen, aber nicht mehr betreten werden dürfen – wird untersucht.

Bei erfolgreicher Evaluierung der Technologie werden die Erkenntnisse daraus in ein Pilotprojekt einfließen. Das kann dann nicht nur auf zusätzliche Standorte ausgeweitet werden, sondern auch gemeinsam mit einem Kunden durchgeführt werden, um Kundenanforderungen in der Praxis zu erfassen. Abhängig von den Erkenntnissen ist das langfristige Ziel klar. Kracke: „Wir wollen für unsere Kunden ein zuverlässiger Partner sein, der ihnen ein Multikopter-Gesamtpaket bietet – also von der Durchführung bis zur Verarbeitung der gelieferten Daten.“ Am Aufbau dieses ganzheitlichen Services arbeitet das Expertenteam von Technology & Infrastructure, an das Sie sich bei Interesse am Projekt oder an einer Zusammenarbeit unter technology-infrastructure@evonik.com wenden können.