Sicherstellung der Stromversorgung optimiert


Nach einem Ausfall eines Umspanners im Chemiepark Marl kam es zum Ausfall von Chemieanlagen, bevor die Experten von Energy & Utilities die Versorgung wieder herstellten. Um weiter bestmöglich auf solche ungewöhnlichen Fälle vorbereitet zu sein, wurden daraufhin zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen entwickelt, die die bestehenden Sicherungsmechanismen ergänzen.


Um die Verfügbarkeit von Energie sicherzustellen, ist der Chemiepark Marl in sechs Werknetze aufgeteilt, die jeweils einen „doppelten Boden“ haben: Die Versorgung erfolgt über zwei Umspanner, die bei Störung ihrer Pendants die Last übernehmen. So wird eine unterbrechungsfreie Versorgung sicherstellt. Während einer der Umspanner eines Werknetzes außer Betrieb war, um das zugehörige, auffällig gewordene 110-kV-Kabel auszutauschen, kam es in der Nacht zum 8. März 2017 zu einer ungewollten Abschaltung des anderen Umspanners und damit zum Ausfall des betreffenden Werksnetzes. Untersuchungen im Anschluss ergaben, dass eine Störung in einem vorgelagerten externen Netz zur unplanmäßigen Abschaltung des Umspanners im Chemiepark führte.Also hieß es für die Experten von Energy & Utilities raus aus dem Bett, um das Problem so schnell wie möglich wieder zu beheben. 

Nach ca. 50 Minuten konnte ein Teil der Verbraucher wieder versorgt werden, die uneingeschränkte Versorgung der Betriebe war gegen sechs Uhr morgens wieder gewährleistet. „In dieser Nacht griffen mehrere technische Mechanismen, die einen Stromausfall hätten verhindern sollen, nicht“, erläutert Axel Rogat, der bei der Evonik Technology & Infrastructure GmbH im Geschäftsgebiet Energy & Utilities für die Stromnetze im Chemiepark verantwortlich ist. „Trotz des hohen Aufwandes, den wir betreiben, können derartige Vorfälle nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden.“ Es ist tatsächlich ein seltenes Ereignis: Der letzte Ausfall eines Werksnetzes war Anfang der 80er Jahre. Um aus dem Ereignis und den in dieser Nacht gemachten Erfahrungen zu lernen, wurden im Nachgang mehrere Workshops mit den Kunden vor Ort durchgeführt. Hier erläuterte das Team von Energy & Utilities die Hintergründe des Zwischenfalls und stellte erste Verbesserungsmaßnahmen vor. Weitere Maßnahmen sind erarbeitet und die Planungsarbeiten zur Umsetzung wurden bereits begonnen. Gemeinsam wurden zudem weitere Vorschläge entwickelt, wie die Auswirkungen eines solchen Ereignisses noch weiter verringert werden können. Denn so außergewöhnlich er auch ist – für den Fall der Fälle heißt es, bestmöglich gewappnet zu sein.